Wie geht Beziehung?

Paarberatung und Ehe Beratung für Hetero-Paare und homosexuelle Paare durch Gordon Haug. Mit der richtigen Kommunikation zur Wertschätzung und bekräftigen und stärken der Beziehung! Es gibt immer einen Weg! Auf Gordon Haug können Sie zählen.
Beziehung? Wie!

Wie geht Beziehung? Eine Frage die in allen Beziehungen eine ist, egal ob Sie sich in einer Hetero-Partnerschaft oder in einer Homo-Partnerschaft befinden, die Fragen und Probleme und Sorgen sind oft dieselben!

 

Eine Partnerschaft, welche auf Dauer angelegt ist und längere Jahre Bestand haben soll, muss mehrere Hürden durchlaufen.

Es sind fünf Entwicklungsstufen die gemeinsam gemeistert werden müssen.

  1. Stufe: Du bist ich
  2. Stufe: Du bist anders
  3. Stufe: Du bist nicht richtig
  4. Stufe: Ich bin ich
  5. Stufe: Du und ich sind wir

 

Die Stufen

1. Stufe: Du bist ich

 

Sobald sich ein anderer Mensch in einen anderen verliebt verliert alles andere an Bedeutung. Alles, der Beruf, die Freunde, die eigenen Interessen - all das gerät in den Hintergrund, die gesamte Aufmerksamkeit gehört ihm oder ihr.

Zusammen schaffen mit dem geliebten Menschen schaffen sie sich eine Insel, auf der man abgeschottet von den Anforderungen der Umwelt leben will.

Verliebt sein ist ein wunderbarer Zustand. Verständlich, dass man dies so lange wie möglich aufrechterhalten möchte. Doch im Normalfall endet diese Phase nach frühstens 18 Monaten und spätestens nach drei Jahren.

 

2. Stufe: Du bist anders

 

Ist ein Paar auf der zweiten Stufe angekommen, betrachtet es sich erstaunt mit anderen Augen: Plötzlich nehmen die Liebenden Seiten an sich wahr, die sie bislang noch nicht bemerkt hatten.

Stumme Selbstgespräche beginnen: Seltsam, wie er die Kaffeetasse hält, sieht irgendwie affektiert aus. Hat sie immer schon beim Kauen den Mund so weit aufgehabt? 

In der zweiten Phase einer Beziehung werden Eigenschaften, die anfangs "toll!" waren, ganz anders wahr genommen.

Was zunächst faszinierte, wirkt nun störend. 

Es ist äußerst irritierend, wenn man nach der leidenschaftlichen Phase der Verliebtheit den Partner plötzlich mit anderen Augen betrachtet. Paare auf der zweiten Phase verweigern sich dieser Erkenntnis wahr zu haben, was mit ihnen gerade passiert, dies führt zu irrationalen Annahmen über die Liebe, um die eigene Enttäuschung nicht allzu schmerzlich zu spüren.

  • "Wenn mich der andere wirklich liebt, muss er doch wissen, was ich denke!"
  • "Wenn ich mich anstrenge und ihm noch mehr Liebe zeige, dann wird er auch mich mehr lieben."
  • Ich zeige dem anderen nicht, dass ich mich ärgere und enttäuscht bin. Sonst streiten wir uns. Wer sich wirklich liebt, sollten nicht streiten."

Auch die Angst, einander zu verlieren, macht sich immer öfter bemerkbar.

Man erkennt: Das es zwei Personen sind, die eins sind, die einander nicht kennen und kaum etwas voneinander wissen. In dieser Phase kommt oft der Vorwurf: " Du hast Dich verändert"

Doch das Gegenteil ist der Fall. In der zweiten Phase wird man wieder man selbst.

 

3. Stufe: Du bist nicht richtig

 

Die dritte Phase einer Beziehung ist leicht zu erkennen: Die Irritation und Zweifel. Die in der zweiten Phase zwar im Ansatz spüre, aber erfolgreich abwehren konnte wird nun stärker spürbar. Der Partner, der am Anfang der Beziehung einen glücklich machen sollte, tut nun alles anderes als das. Die Enttäuschung und Verunsicherung macht sich breit: " Ist er/sie wirklich der/die Richtige?"

In der dritten Phase kommt es oft zu Vorwürfen und Gegenvorwürfen!

Die Männer werfen Ihren Frauen meistens Unselbstständigkeit und Emotionalität vor und nicht von Ihren Frauen erzogen werden wollen.

Die Frauen hingegen werfen Ihren Männern mangelnde Anerkennung und dessen emotionale Unzugänglichkeit vor.

 

Die dritte Stufe einer Liebesbeziehung ist ein Machtkampf und verläuft für die meisten Paare enorm krisenhaft. Konflikte, Meinungsverschiedenheiten, Distanzierungen dürfen jedoch nicht als Zeichen dafür gewertet werden, dass man nicht zusammenpasst. Ganz im Gegenteil: Sie sind unvermeidlicher Bestandteil einer Beziehung, sie gehören zu einer Liebe.

In der Beziehung geht es im Grunde immer um die Frage: Wie nahe kann ich dir kommen, ohne mich selbst zu verlieren? Wenn zwei Menschen sich ineinander verlieben, taucht früher oder später immer ein Konflikt auf: der Konflikt zwischen dem Bedürfnis nach Eigenständigkeit und Unabhängigkeit und dem Wunsch nach Geborgenheit und Intimität.

Diese beiden Bedürfnisse miteinander in Einklang zu bringen ist keine leichte Aufgabe. Doch sie ist zu meistern.

 

4. Stufe: Ich bin ich

 

 

Die Hoffnung, dass der andere einem die Wünsche von den Augen abliest und einem die Sterne vom Himmel holt, ist jetzt verflogen. Sie hat dem Realitätsprinzip Platz gemacht.

Die Liebenden erkennen die Grenzen des anderen - und sie akzeptieren sie. 

Jetzt wissen beide Beteiligten, was sie vom anderem erwarten können, und sie wissen auch, was sie selbst zu geben bereit sind. Das klingt nüchtern und ernüchternd . und das ist es auch. 

Aber dennoch ist die vierte Phase einer Beziehung alles andere als trostlos. Sie läutet eine Phase der Ruhe ein, die beide Partner dazu nutzen können, ihre eigene Entwicklung unabhängig vom anderen voranzutreiben.

Ein Zimmer für sich allein, Abstand  das sind Themen der vierten Phase. Der eine widmet sich mit Nachdruck der Arbeit, der andere entdeckt Neues, geht auf Reisen, pflegt Freundschaften oder baut seine Begabung aus. So gesehen ist die vierte Stufe einer Beziehung eine positive Entwicklungsphase.

Doch sie birgt auch Gefahren.

Denn in dieser Phase des eigenen Zimmers für sich und anderen Entwicklungsbereiche, erleben Paare häufig dass die sexuelle Lust aufeinander nachlässt, dass sie sich unter Umständen nur noch selten sehen, weil jeder in seiner Welt aller Hände voll zu tun haben. Die Konzentration auf das eigene Erleben und die eigenen Bedürfnisse kann dazu führen, dass der andere immer mehr aus den Augen verloren wird.

Die Haltung "Ich bin ich" kann dann schnell zum gefährlichen Motto "Ich kann auch ohne dich" werden.

Diese entstehende Gleichgültigkeit, die Vertrautheit geht in Gleichgültigkeit über, führt bei vielen Paaren in dieser vierten Phase zur Trennung, entweder zeitweise oder endgültig.

 

Um dem vorzubeugen, muss ein Paar auf dieser vierten Stufe ganz besonders darauf achten, sich bei aller Distanzierung nicht so weit zu entfernen, dass es einander überhaupt nicht mehr sieht.

In dieser Phase gilt es den Partner zu entdecken, sich für seine Interessen und Pläne zu interessieren und seine Aktivitäten und Sorge um sich selbst nicht als Egoismus und Bedrohung für die Partnerschaft zu betrachten. JETZT lernt sich manches Paar neu kennen.

 

5. Stufe: Du und ich sind wir

 

Jeder Mensch sucht in einer Liebesbeziehung nach den drei großen "C" (aus dem englischen entnommen) "Contact,  Comfort and Caring", also emotionaler Kontakt, Wohlbefinden und Unterstützung. Das sind die drei Bedingungen, von deren Erfüllung es abhängt, ob man sich in einer Beziehung geborgen, geschützt und aufgehoben fühlt. 

In der ersten Phase der Verliebtheit wurden diese Bedürfnisse optimal erfüllt. Doch im Prozess der notwendigen Distanzierung vom Partner musste man sich auch von diesen Bedürfnissen distanzieren. 

Während in der ersten Phase einer Beziehung die berechtigte Angst vor Abhängigkeit und Vereinnahmung besteht, wenn man seine Grundbedürfnissen nachgibt, kann man sich nun auf der fünften Stufe wieder zu ihnen bekennen.

Denn jetzt ist man in der Lage, eine ausgewogene Balance zwischen den Bedürfnissen nach Geborgenheit und dem Bedürfnis nach Unabhängigkeit herzustellen. 

 

Die Beziehung kann jetzt zu dem Zufluchtsort werden, für den man sie ganz zu Beginn der Liebe gehalten hat.

 

 

Überblick

Wenn die fünf Stufen der Liebe betrachtet wird, kommt die Feststellung zu Tage:

 

Im Grunde geht es immer um dasselbe Thema: akzeptieren, dass der Partner anders ist; dass er in einigen Bereichen andere Bedürfnisse und Wünsche hat, dass er anders denkt und fühlt. Gleichgültig wie viel man mit dem geliebten Menschen gemeinsam hat, gleichgültig wie groß die Liebe ist, die man für ihn empfindet - er bleibt doch ein anderer, ein in weiten Teilen fremder Mensch. Dies zu akzeptieren und gleichzeitig dem anderen tief verbunden zu bleiben, das ist eine der schwierigsten Aufgaben, die zwei Liebende bewältigen müssen.